Studienverweise

Interessante Studien und deren Quellverweis

Studientitel

Bemerkenswerte Ergebnisse laut AutorInnen

DOI und / oder Internetlink zur Quelle

Hahlweg, K., Heinrichs, N., Bertram, H., Kuschel, A., & Widdecke, N. (2008). Körperliche Bestrafung: Prävalenz und Einfluss auf die psychische Entwicklung bei Vorschulkindern. Kindheit und Entwicklung, 17(1), 46-56.

Mütter verwenden körperliche Bestrafung bei Kindern zu 14,5 Prozentpunkten häufiger als Väter – im direkten Widerspruch zu der verbreiteten Annahme, dass Väter “der hauptsächliche Züchtiger” sind.

Schemmel, J., Goede, L.-R., & Müller, P. (2024). Gewalt gegen Männer in Partnerschaften: Eine empirische Untersuchung zur Situation in Deutschland. Baden-Baden: Nomos.

Die Dunkelfeldstudie zur Innerfamiliären Gewalt gegen PartnerInnen zeigt, dass die PKS-Quote von 20 % erheblich unterschätzt. Bei psychischer Gewalt liegt der Anteil weiblicher Täterinnen bei fast 40 % (natürlich bei noch immer 60 % männlichen Tätern)

Pieh, C., Plener, P. L., Probst, T., Dale, R., & Humer, E. (2021). Mental health in adolescents during COVID-19-related social distancing and home-schooling. Frontiers in Public Health, 9, 625973.

Zentrale Ergebnisse:

  • 55% zeigten clinically relevant depressive Symptome (vs. 4-6% vor Corona = 9x höher)
  • 47% zeigten Angststörungen (8x höher als pre-Corona)
  • 22,8% zeigten Schlafstörungen
  • 59,5% zeigten Essstörungen
  • 16% hatten regelmäßig suizidale Gedanken:
  • 9% täglich (“nearly every day”)
  • 7% an mehr als der Hälfte der Tage pro Woche


Geschlechterspezifische Unterschiede:

  • Mädchen zeigten auf ALLEN Maßstäben deutlich höhere Belastung als Jungen
  • Adoleszenten mit Migrationshintergrund: 47,3% psychisch belastet vs. ohne Migration 35%
  • WHO-5 Well-being Index sank von 43,7 (2018) auf 35,79 (2021)

Dale, R., Jesser, A., Pieh, C., O’Rourke, T., Probst, T., & Humer, E. (2023). Mental health burden of high school students, and suggestions for psychosocial support, 1.5 years into the COVID-19 pandemic in Austria. European Child & Adolescent Psychiatry, 32(6), 1015-1024.

Zentrale Ergebnisse:

Die Rückkehr zur Präsenzschule führte NICHT zu Verbesserung – psychische Belastungen blieben hoch oder verschlechterten sich sogar leicht bei Mädchen (kleine Zunahme der Symptome von t1 zu t2).

Symptomatik – Mädchen – Jungen – Differenz

Depression (PHQ-9) 62% 38,1% 23,9 PP
Angststörungen (GAD-7) 49% 29% 20 PP
Schlafstörungen (ISI) 28% 17% 11 PP
Suizidale Gedanken 47% 32% 15 PP

Schröder, J., Nick, S., Richter-Appelt, H., & Briken, P. (2018). Psychiatric Impact of Organized and Ritual Child Sexual Abuse: Cross-Sectional Findings from Individuals Who Report Being Victimized. International Journal of Environmental Research and Public Health, 15(11), 2417.

Zentrale Ergebnisse:

  • 75,8% erfüllten PTSD-Kriterien (PCL-5 Score M=51,44)

  • 89,1% zeigten somatoforme Dissoziation (SDQ-5 M=14,36)

  • 83,6% hatten lebenslang eine DID-Diagnose (Dissoziative Identitätsstörung)

  • Komorbidität häufig: Depression (87,3%), komplexe PTBS (84,8%), Essstörungen (62,4%)

ORA-Merkmale in der Stichprobe:

    • 87,7% berichteten ideologische Strategien (z.B. satanische Ideologie 48,5%, religiöse 19,4%, faschistische 12,1%)

    • 80% Familie in Täterkreisen involviert

    • Onset durchschnittlich im Alter von 3 Jahren

    • Durchschnittlich 24 Jahre bis zur Offenbarung

    • 66,7% berichteten Kinderprostitution

    • 64,8% berichteten Produktion von Kinderpornografie

    • 74,8% wurden gezwungen, selbst Gewalt gegen andere auszuüben

Wir freuen uns sehr über Empfehlungen zu weiteren  interessanten Peer-Reviewed-Studien (diese Qualitätsform ist wichtig!) – vorallem wenn diese unerwartete Ergebnisse zeigen. Dies kann dazu beitragen Betroffenen noch eher zu glauben und Gehör zu schenken, auch wenn die geschilderten Erfahrungen schwer vorstellbar scheinen. Bitte gerne um Information über unser Kontaktformular!

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